Frühlingserwachen an der Steinklöbe

Wanderung von Wangen nach Memleben

Anlässlich des Streckenfestes zur Wiedereröffnung der Unstrutbahn fanden am 24.3.2012 entlang der von der Burgenlandbahn befahrenen Strecke zwischen Naumburg und Wangen/U. zahlreiche Veranstaltungen statt. Ein Höhepunkt war am Vormittag die offizielle Inbetriebnahme des neuen Haltepunktes Roßbach, für deren Errichtung sich auch die IG Unstrutbahn schon lange einsetzte. Am Endpunkt der derzeit planmäßig befahrenen unteren Unstrutbahnstrecke, in Wangen, startete eine kostenfreie geführte Wanderung zum Kloster Memleben.

Eine kleine Wandergruppe reiste mit dem Triebwagen der Burgenlandbahn an und fand sich vor dem Rastplatz ein, der 2009 von der IG errichtet wurde. Die Anreise auf der Schiene klappte problemlos und pünktlich und könnte Auftakt für ähnliche touristische Angebote in der Zukunft sein. Unter fachkundiger Führung von Herrn Kubatz von den Heimatfreunden in Wiehe bekamen die Wanderer unterwegs zahlreiche regionale und ökologische Erläuterungen geboten. Vorbei an der Arche Nebra ging es über die Steinklöbe wieder zurück ins Unstruttal zum Kloster Memleben. Dort wurden die Wanderer freundlich empfangen und in die Geschichte der einst bedeutendenen Kaiserpfalz eingeführt. Bei herrlichem Wetter konnte, bei körperlicher Betätigung, dem großen Interesse für die sich entwickelnde Natur und die Jahrtausende alte Geschichte entsprochen werden. Dabei wurde ein historisch bedeutender Weg hinunter zum Fluss genutzt, der erst kürzlich freigeschnitten wurde. Unterwegs konnten immer wieder die schönen Ausblicke auf die Unstrut und die sie umgebende Landschaft genossen werden. Leider zeigte sich die Strecke der Unstrutbahn unterhalb der Steinklöbe verwaist, da sie derzeit nur bei Sonderfahrten, die vom Verein organisiert werden, befahren wird (nächster Fahrtag 8.4.).

Vielleicht können in Zukunft weitere derartige Wanderungen angeboten werden, die Naturerlebnis und Geschichtsinteresse mit körperlicher Bewegung verknüpfen. So kann eine einzigartige Kulturlandschaft erhalten und belebt werden und es eröffnet sich hoffentlich auch eine neue Chance für die Bahn, die wertvolle Zubringerdienste leisten kann. Auch ein möglicher Bahn-Haltepunkt an der Wegkreuzung zwischen Memleben und Wendelstein könnte für Radler und Rucksacktouristen interessant sein.

Allen Beteiligten, besonders Herrn Kubatz, der Burgenlandbahn und dem Kloster Memleben vielen Dank.

 

Christian Kirchner