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"Verantwortliche im Kreis können nicht das Große und Ganze im Auge haben, sehen die Dinge immer nur aus ihrem begrenzten Blickwinkel", machte der Staatssekretär im Thüringer Verkehrsministerium, Roland Richwien, gleich zu Beginn der 4. Verkehrskonferenz des Kyffhäuserkreises klar, wer das Sagen hat. Verbat sich so indirekt jede Kritik an seinen und den ministeriellen Entscheidungen. KYFFHÄUSERKREIS (rr). Kritik war im Vorfeld wegen einer zu kurzfristig verkündeten Streckenstilllegung der Kyffhäuserbahn gekommen. Zudem bemängelten einige Gäste der Konferenz, dass der Erhalt von Straßen und die Erneuerung von Brücken zu kurz kämen. Auch erhielten die Luftverkehrslandeplätze in Obermehler/Schlotheim und Dermsdorf/Sömmerda mit Blick auf den gewerblichen Luftverkehr seitens des Landes den Vorzug vor Udersleben. "Alles auf einmal geht nicht", tat Richwien die Einwände ab. Und verwies auf sein großes Ziel: Fertigstellung der Autobahnen A 38 und A 71 auf Thüringer Gebiet bis 2010. Die beiden Bauabschnitte der Ortsumgehung Artern seien bereits im Bau oder in Vorbereitung, die grundhafte Sanierung der Ortsverbindung Udersleben/Ichstedt werde Anfang 2007 fertig. Für die B 4-Ortsumgehung von Sondershausen seien alle Brücken bereits fertig und man sei guter Hoffnung, noch in diesem Jahr den Zuschlag für den Straßenbau erteilen zu können. Dass die Bahnstrecke Nordhausen-Sondershausen-Erfurt ausgebaut werden muss, sieht der Staatssekretär Richwien ein. Und für die ab 10. Dezember 2006 stillgelegte Kyffhäuserbahn zwischen Sondershausen und Artern werde man den Bürgern ein akzeptables Angebot auf der Straße machen. Eine Neuigkeit konnte Hans-Joachim Wintjen, Bereichsleiter bei der Deges, verkünden, der die A 71 und die A 38 in der Region betreut: Der Durchschlag für den Schmücketunnel zwischen Heldrungen und Hemleben erfolgt am 4. Dezember, zum Barbaratag, mit einer großen Feier. In jeder der Röhren zwischen Süd- und Nordportal habe man etwa noch 200 Meter im 1700 Meter langen Tunnel zu realisieren. Für den A 71-Abschnitt von der A 38 bei Sangerhausen bis Artern habe man Baurecht und werde noch 2006 zwei Brückenbauwerke über die Helme und den Helmegraben für 12 Millionen Euro auf sachsen-anhaltinischer Seite vergeben. Auf dem Thüringer Abschnitt der A 71 bis Artern laufen die Ausschreibungen für vier weitere Brücken. Für den A 71-Abschnitt von Artern bis Heldrungen hofft man Anfang 2007 auf Baurecht. Einen interessanten Aspekt verkündete Chefplaner Winfried Ludolf vom Straßenbauamt Nordthüringen. Sein Amt sieht die Stilllegung der Kyffhäuserbahn auch mit einem lachenden Auge. Wenn die Autobahnen mal fertig sind und die Landesstraße von Sondershausen über Bad Frankenhausen, Artern bis Querfurt zur Bundesstraße ausgebaut wird, müsse man nicht mehr über die Serpentinen der Bratwurst, sondern könnte gleisnah oder gar auf der stillgelegten Kyffhäuserbahnstrecke die künftige B-Straße neu trassieren. "Aber nicht auf der ganzen Strecke", beschwichtigte CDU-Landrat Peter Hengstermann, der die Bahn zwar für den Personenverkehr verloren sieht, aber nicht für Schwertransporte der Bundeswehr. Und schon gar nicht für die Industriegroßfläche Artern/Ringleben, für die man die Gleisanlagen ab Esperstedt unbedingt benötige. (Aus Thüringer Allgemeine/Artern 14.10.2006) |
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Kampf auf verlorenem Posten |
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KYFFHÄUSERKREIS. Am 4. Oktober erfuhr das Landratsamt des Kyffhäuserkreises aus den Medien (!) über die geplante Einstellung des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) auf der Strecke Sondershausen-Bretleben im Rahmen einer Pressemitteilung des Thüringer Ministeriums für Bau und Verkehr. Doch das Aus wolle man so nicht hinnehmen, heißt es nun in einer Pressemitteilung seitens der Kreisverwaltung. Der Kreistag des Kyffhäuserkreises hat sich in seinen Sitzungen am 10. Dezember 2003 und zuletzt am 19. Juli 2006 mehrfach sehr eindeutig für den Erhalt der Schieneninfrastruktur im Norden Thüringens und damit für den Erhalt der Unstrut- und Kyffhäuserbahn ausgesprochen. Das schreibt Pressesprecher Heinz-Ulrich Thiele. Und weiter: Ein derartiger Einschnitt in die infrastrukturelle Entwicklung löst massives Unverständnis und Besorgnis im Hinblick auf die Zukunft von Wirtschaft und Tourismus in der Gesamtregion aus. Beide Bahnstrecken sind von erheblicher wirtschaftlicher und touristischer Bedeutung. Sie sind unabdingbar für die in Vorbereitung befindliche Industriegroßfläche Artern/Ringleben, für die mögliche Wiederaufnahme der Kaliproduktion in Roßleben und als Verlademöglichkeit für die schwere Technik der beiden Bundeswehr-Standorte. Die durchgehende Bahnverbindung zwischen Nordhausen und Naumburg stellt die Hauptachse zwischen den Tourismusregionen Südharz, Kyffhäuser und Unstrut/Saale dar und hilft mit, Arbeitsplätze in den touristischen Einrichtungen zu sichern. Die Erschließung touristischer Potenziale, wie die Himmelsscheibe von Nebra oder die Modellbahn in Wie-he, kann nur länderübergreifend zum Erfolg führen. Immer mehr ergänzen sich Rad-, Boot- und Bahnfahren zu einem aktiven Freizeitangebot. Die dem Freistaat Thüringen im Zuge der Regionalisierung übertragene Verantwortung für den SPNV kann sich nicht ausschließlich an betriebswirtschaftlichen Kennzahlenvergleichen ausrichten. "Wir sind uns mit den Bürgermeistern in der Region einig", so CDU-Landrat Peter Hengstermann, "dass wir die geplante Einstellung der Kyffhäuserbahn so nicht hinnehmen werden. Im Vertrauen auf die vorliegenden Zusagen des Landes und auf die persönliche Zusage des zuständigen Thüringer CDU-Ministers Andreas Trautvetter über den Erhalt der Kyffhäuserbahn bis mindestens 2011 fordern wir erneut vom CDU-Ministerpräsidenten des Freistaates, Dieter Althaus, und vom Thüringer Minister für Bau und Verkehr, Andreas Trautvetter, keine Stillegung der beiden Bahnstrecken zuzulassen." Vor allem sei das vorzeitige Aus der Kyffhäuserbahn noch einmal sehr ernsthaft zu überdenken. (Aus Thüringer Allgemeine/Sondershausen 13.10.2006) |
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Land Thüringen spielte falsches Spiel |
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Kein Nahverkehr mehr auf der Unstrutbahn / Interessengemeinschaft sucht nach Alternativen Um Alternativen ging es im letzten Treffen der "Interessengemeinschaft zur Erhaltung der Unstrutbahn" (IG), wie Jochen Sauerbier aus Roßleben schreibt: Thüringen hat beschlossen, die Unstrutbahn zwischen Roßleben und Artern sowie die Kyff-häuserbahn zwischen Sondershausen und Bretleben nach dem 9. Dezember nicht mehr zu bestellen. In Erfurt begründete man diesen Schritt mit geringen Fahrgastzahlen. Nun liegt es an den Kreisverwaltungen in Naumburg und Sondershausen, den Ausgleich durch Busse zu organisieren. Während des letzten Monatstreffens der IG in der Bahnhofsgaststätte Laucha informierte Vorsitzender Thomas Müller über ein Gespräch im Verkehrsministerium, an dem Minister Trautvetter teilgenommen habe. Die Zusammenkunft hätte gezeigt, dass der Beschluss, die Regionalbahnen nicht mehr zu bestellen, schon vor langer Zeit gefasst worden sei. Die Gründung von Arbeitsgruppen und die Diskussion mit Interessengemeinschaften seien nur noch Scheingefechte gewesen, um Kommunalpolitiker und Interessenvertreter ruhig zu stellen. Der Minister lehne auch die finanzielle Beteiligung an alternativen Nutzungskonzepten ab. Müller betonte, dass die Einstellung des Bahnverkehrs noch keine Stilllegung der Strecke bedeute. Bis April 2007 laufe ein Ausschreibungsverfahren, um einen Käufer zu finden. Gelinge dies nicht, würde das Stilllegungsverfahren eingeleitet. In der Diskussion wurde die Einstellung der Bahn kritisiert. Sicher befriedigten die Fahrgastzahlen nicht, doch inzwischen greife die Werbung der Fremdenverkehrsverbände, erführen Kloster Memleben und Erlebnistierpark einen Besucheransturm. Mit der Einweihung des Erlebniszentrums "Himmelsscheibe" und der Weiterentwicklung der Gastronomie auf dem Kyffhäuser erwarte man eine weitere Belebung des Tourismus. Während Sachsen-Anhalt die Bahnstrecke von Naumburg her erneuere, stelle man an der Landesgrenze den Verkehr ein. Einig waren sich die IG-Mitglieder: Der Schienenpersonennahverkehr zwischen Roßleben und Sondershausen sei Geschichte, neue Konzepte müssten her. (Aus Thüringer Allgemeine/Artern 12.10.2006) |
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"Diskussionen zur Unstrutbahn waren nur Scheingefechte" |
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Interessengemeinschaft: Entscheidung stand lange fest - Einstellung des Zugverkehrs bedeutet nicht Stilllegung der Strecke Von unserem Mitarbeiter JOCHEN SAUERBIER Laucha. Die vom Land Thüringen getroffene Entscheidung, die Unstrutbahn zwischen Roßleben und Nebra nach dem 9. Dezember nicht mehr zu bestellen, war beherrschendes Thema des Monatstreffens der Interessengemeinschaft (IG) Unstrutbahn, zu dem sich die Mitglieder am Sonnabend in der Bahnhofsgaststätte in Laucha zusammengefunden hatten. In der Sitzung berichtete Thomas Müller, Vorsitzender der IG, von einem Gespräch im Thüringer Verkehrsministerium. Die Zusammenkunft habe gezeigt, dass der Beschluss, die Regionalbahn nicht mehr zu bestellen, schon vor langer Zeit gefasst wurde. Die Gründung von Arbeitsgruppen und die Diskussion mit Interessengemeinschaften seien nur Scheingefechte gewesen, um die Kommunalpolitiker der betroffenen Kreise und Kommunen, sowie die IG und Bürger ruhig zu steilen. Müller betonte, dass die Einstellung des Bahnverkehrs noch keine Stilllegung der Strecke bedeute. Bis April kommenden Jahres laufe ein Ausschreibungsverfahren, um einen Nutzer oder Käufer zu finden. Wenn dies nicht gelingt, werde das Stilllegungsverfahren eingeleitet. In der Diskussion wurde die Einstellung der Unstrutbahn zum jetzigen Zeitpunkt kritisiert. Sicherlich könnten die Fahrgastzahlen nicht befriedigen, doch mittlerweile greife die Werbung der Fremdenverkehrsverbände, erfahre das Kloster Memleben und der Tiererlebnispark einen Besucheransturm. Mit der Einweihung des Erlebniszentrums "Himmelsscheibe" erwarte man eine weitere Belebung des Tourismus. Für Frieda Herbst aus Wetterzeube bei Zeitz liegt die Ursache im Föderalismus: "Alles scheitert wieder an der erbärmlichen Landesgrenze!" Klaus Pollmächer sprach von einem zu geringen Engagement der Einwohner in den Anrainergemeinden. Bei vielen sei die Unstrutbahn kein Thema. Das liege aber auch am Desinteresse der Bahn, am katastrophalen Service und an dem ungenügenden Zusammenspiel zwischen Bahn- und Busverkehr. Gerald Becker, Ordnungsamtsleiter der VG Unstruttal. forderte auf, Aktivitäten zur Erhaltung der verbleibenden über 30 Kilometer Unstrutbahn zu verstärken. Gegenwärtig werde zwar in die Erneuerung der Strecke investiert, doch sei diese damit nicht gesichert. Bei Bahnern kursiere ein Wort: "Wo man saniert, wird bereits die Stilllegung betrieben!" Einig waren sich alle Mitglieder der IG: Der Schienennahverkehr nach Thüringen sei Geschichte, nun müssten neue Konzepte her. Dazu sei es notwendig, die Tourismusverbände, die Gastronomen und die Vereine ins Boot zu ziehen. Was spreche beispielsweise gegen ein rollendes Restaurant oder Hotel, das zwischen der Saale und dem Kyffhäuser auf Schienen pendelt? (Quelle) |
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Bahnfreunde sprachen mit Trautvetter |
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Touristenbahn als Alternative ErfurtNebra/el. Mitglieder der Interessengemeinschaft (IG) Unstrutbahn sprachen dieser Tage mit Thüringens Verkehrsminister Trautvetter über die Zukunft der Eisenhahnstrecke zwischen Nebra und Artern. Das Land Thüringen wird Verkehrsleistungen auf dieser Strecke mit dem Fahrplanwechsel im Dezember definitiv nicht mehr bestellen (wir berichteten). Die IG Unstrutbahn führt die geringen Fahrgastzahlen, mit der die Thüringer Seite die Abbestellung :begründet, auf eine schlechte Einbindung in das Verkehrskonzept des Kyffhäuserkreises, schlechtes Marketing und fehlenden Service zurück. Hier, so IG-Sprecher Ralf Jentges, hätte man in den letzten Jahren von Seiten des Landes und der Kommunen mehr tun müssen. Auch hätte das Verkehrsunternehmen Burgenlandbahn an den Bahnsteigen auf eine bessere Ausstattung der Bahnhöfe hinwirken müssen. Der Verein, so heißt es weiter, 'will versuchen, zwischen Nebra und Artern eine Touristik-Bahn zu initiieren. Es habe bereits ein erstes Gespräch mit der DeutschenBahn stattgefunden, man werde jetzt auch die Landkreise, die Anliegergemeinden und interessierte Unternehmen in die Bemühungen einbeziehen. Der Verkehrsminister machte darauf aufmerksam, dass es in Thüringen mit der Rennsteigbahn ein bereits verwirklichtes Touristikbahn-Konzept gibt und empfahl dem Verein eine Kontaktaufnahme. Das nächste Monatstreffen der IG findet morgen ab9.30 Uhr in der Bahnhofsgaststätte in Laucha statt. Kommentar (Aus Mitteldeutsche Zeitung/Nebra 06.10.2006) |
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