Die Unstrutbahn von Naumburg nach Artern hat eine wichtige Funktion für den öffentlichen Verkehr im unteren Teil des Unstruttales zwischen Saale und Kyffhäuser. Leider wird der in Thüringen liegende Abschnitt der Bahn zwischen Nebra und Artern seit Dezember 2006 nicht mehr planmäßig von Zügen befahren; die Teilstrecke wurde von der DB ausgeschrieben.
Die DRE (Deutsche Regional-Eisenbahn) hat den Streckenabschnitt Nebra-Artern für eine Dauer von 20 Jahren gepachtet. Seit Anfang 2009 liegt auch eine Betriebsgenehmigung zwischen Nebra und Wangen vor. In Wangen wurde auf unsere langjährige Initative hin am 09.04.2009 ein (vorerst provisorischer) Haltepunkt eröffnet, welcher die Anreise zum Fundort der berühmten "Himmelsscheibe von Nebra" erleichtert. Inzwischen entstand dort im Auftrag der DRE ein Bahnsteig in Holzkonstruktion.
Der Tourismus (als wichtiger Wirtschaftsfaktor), welcher aktuell im Zusammenhang mit dem Unstrut-Radweg einen Aufschwung erfährt, muss in vollem Umfang von der Bahnstrecke profitieren können. Besonders von der wachsenden Gruppe der Radler und Wanderer wird die Bahn verstärkt nachgefragt.
Seit Januar 2011 ist die Erfurter Bahnservice GmbH (EBS) die Betreiberin der Anschlussbahn des Karsdorfer Zementwerkes (Lafarge). Sie braucht die Unstrutbahn sowohl in Richtung Naumburg, als auch in Richtung Artern für einen wirtschaftlichen Betrieb. EBS bietet am Standort Karsdorf auch Reparaturen von Triebfahrzeugen und Wagen an.
Hinzu kommen soll in den nächsten Jahren der Abtransport großer Mengen von Kalisalz aus unserer Region. Als Standorte für die Förderung des Salzes sind Roßleben und Reinsdorf (bei Nebra) im Gespräch.
Die Interessengemeinschaft Unstrutbahn e. V. hat sich 2005 im Widerstand gegen die Einstellung des Personenverkehrs im Thüringer Teil der Unstrutbahn gegründet. Nachdem das zunächst gesetzte Ziel nicht erreicht werden konnte, setzt sich die IG für den Erhalt der Gleisanlagen und die Wiederaufnahme des Zugverkehrs auf der gesamten Unstrutbahn ein! Sonderfahrten und touristischer Zugverkehr sollen dabei erste Schritte auf dem Weg zu einem regulären Verkehr im Thüringer Abschnitt sein.